Rund sieben Millionen Bundesbürger über 18 Jahren sind überschuldet – sie können ihre Schulden also mittelfristig nicht zurückzahlen. Unterschieden davon wird die Verschuldung, bei diesem Begriff können die Schuldner regelmäßige Rückzahlungen leisten und bringen ihren Lebensunterhalt nicht in Gefahr.

Die Aufnahme eines Kredits ist oft sinnvoll und nicht zu verurteilen. Ohne Fremdkapital könnten sich viele Menschen kein Haus bauen, kein Auto kaufen oder schwierige Zeiten überbrücken. Eine häufige Ursache für Ver- sowie Überschuldung sind allerdings unangemessene Konsumausgaben. Damit Sie von Ihrem Einkommen noch eine Rücklage bilden können, statt den Dispokredit zu nutzen, haben wir vier Tipps zusammengestellt.

Ignorieren Sie Werbung

Eigentlich haben Sie doch alles, was Sie brauchen, richtig? Dennoch verführt uns Menschen immer wieder die Werbung. Ständig verlieren wie Gegenstände aus den Augen, nutzen sie nicht mehr und kaufen neuen Kram. Wir verhalten uns wie Kinder, die nach drei Tagen das Interesse am neuen Spielzeug verlieren. Reklame verstärkt den Effekt, denn sie lässt uns nicht nur bestimmte Marken kaufen, sondern erweckt erst das Bedürfnis nach zahlreichen Produkten. Unser tatsächlicher Bedarf und ein (Sonder-)Angebot treffen jedoch nur selten aufeinander. Vielmehr wird die Konsumlaune angekurbelt, dessen Ergebnis – das Kaufen – als Ersatzhandlung für andere glücklichmachende Handlungen auftritt.

Doch Kaufen macht eben nicht glücklich. Damit Sie also gar nicht erst auf die Idee kommen, etwas Bestimmtes zu kaufen, über das Sie vorher überhaupt nicht nachgedacht haben, sollten Sie sich dem Werbeterror weitestgehend entziehen. Bestellen Sie Newsletter von Ihren Lieblingsshops ab, lassen Sie die Discounterwerbung liegen, vermeiden Sie städtisches Flanieren zum „Shoppen“. Surfen Sie nicht zu lange auf Onlineshops, um auch noch die zehnte „Kunden-kauften-auch-Empfehlung“ zu lesen. Starten Sie mit einem Testmonat. Sie werden weniger Geld ausgeben.

Brauchen Sie das jetzt wirklich?

Natürlich konsumieren wir alle über unseren Bedarf hinaus. Ein relativ hoher Teil unserer Ausgaben fällt aus Kultur- und Luxusartikel sowie Markenware statt günstige Artikel. Das ist auch nicht per se zu beanstanden. Doch viele Konsumentscheidungen werden spontan und damit nicht überlegt getroffen. Die Waschmaschine im Elektromarkt ist 200 EUR heruntergesetzt, das Kleid im Schaufenster passt so gut zu den Lieblingsschuhen und will man nicht endlich eine eigene Bohrmaschine kaufen, statt sie vom Nachbarn zu leihen? Bei allen drei Beispielen könnte nur ein Tag Bedenkzeit dazu führen, diese Anschaffungen auszusetzen. Denn die alte Waschmaschine läuft noch, der Kleiderschrank ist voll und die Bohrmaschine nutzt man dreimal in zwei Jahren. Lassen Sie sich Zeit mit ihren Kaufentscheidungen, statt sich von angeblichen Sonderangeboten blenden zu lassen.

Bar bezahlen

Es ist erwiesen, dass uns ein Kauf mit Bargeld mehr über den Preis und die Sinnhaftigkeit der Anschaffung nachdenken lässt als das Zahlen per EC- oder Kreditkarte bzw. brageldlose Zahlung über PayPal, Sofortüberweisung usw. Diese Erkenntnis sollten Sie für sich nutzen, wann immer Sie die Möglichkeit haben, mit Scheinen und Münzen zu zahlen. Zudem lassen sich so bei größeren Anschaffungen, wie etwa beim Autokauf, Rabatte herausschlagen.

Haushaltsbuch-App nutzen

Wenn Sie es bisher nicht schafften, Rücklagen zu bilden und mehr gekauft haben, als Sie sich leisten können, brauchen Sie zunächst einen guten Überblick über Ihre Finanzen. Das kann ganz klassisch im Peter-Zwegat-Stil über das Aufschreiben Ihrer monatlichen Einnahmen und Ausgaben geschehen. Etwas moderner sind dabei Haushaltsbuch-Apps. Diese gibt es für Android und iOS sogar kostenlos. Mit so einer App erhalten Sie sofort zahlreiche Hinweise über die Relationen Ihrer Ausgaben und können spielerisch Ihre finanzielle Situation verbessern.